September 29

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Von einer Frau geleitete Heilarbeit für Männer


Joshua Strahm | Sept. 2026

Die neuen Priester – ein Archetyp jenseits von Kirche und Patriarchat

Im April 2026 habe ich unter diesem Titel am Männerseminar von Susanna Mäder teilgenommen. Dass eine Frau dieses Seminar leitet, war für mich ungewöhnlich. Ich kannte bis zu diesem Zeitpunkt Männerseminare, die von Männern für Männer kreiert worden waren. Ich habe diesen vertrauten und geschützten Rahmen unter Männern stets genossen. Doch dieses Mal war es Zeit für eine neue Erfahrung.

Ich kannte die Ritualarbeit von Susanna bereits, wenn auch bisher nur in einem gemischten (Mann/Frau-)Rahmen. Dies gab mir das Vertrauen, mich voll und ganz auf dieses Männerseminar einzulassen. Und ich sollte reich beschenkt werden.

Männer und die Mutterwunde

Ich kannte das Thema bereits aus meinen vergangenen Männerseminaren. Es ist ein Kernthema, an dem kein Mann vorbeikommt. Entsprechend wird auch in der Männerarbeit damit gearbeitet.

Ich ging mit einer offenen Haltung in das Ritual zur Mutterwunde. Eher sogar mit der Annahme, dass es eine Wiederholung der Arbeit sein würde, die ich bereits gemacht hatte. Doch eine Frage blieb: „Wie kann eine Frau dieses Thema aufgreifen, ohne direkt davon betroffen zu sein?“

Schnell wurde mir klar, dass das Ritual deutlich tiefer wirkte als gedacht. Susanna öffnete den Raum für uns Männer, um diese Urwunde zu fühlen. Sie hielt den rituellen Raum mit einer Achtung und Güte für das Mannsein, wie ich sie bis anhin nicht kannte.

Obwohl ich mich zuvor gefragt hatte, wie Susanna als Frau diesen Heilraum für uns öffnen kann, war es genau ihr Frau-Sein, das diesen Heilraum für uns öffnete. Rückblickend habe ich das Gefühl, dass auch ein Teil meiner männlichen Ahnenlinie Heilung gefunden hat.

Die Verbindung von Sexualität und Spiritualität

Wir Männer neigen oft dazu, unsere Sexualität auf die körperliche Ebene zu beschränken. Dadurch begrenzen wir einerseits unsere eigenen Möglichkeiten, neue Ebenen der Sexualität zu erfahren, und berauben andererseits unseren Körper und den Körper der Partnerin seiner Heiligkeit.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich etablierte Glaubenssysteme gut daran getan, die Trennung von Sexualität und Spiritualität zu fördern. Doch in der höchsten Möglichkeit der Vereinigung geht es im Kern darum, die Begrenzung des Körpers zu überwinden und eine spirituelle Erfahrung zu machen.

Gerade die weibliche Sexualität, die nach innen geht, kann uns Männern den Raum halten, damit wir unsere eigene Verbindung von Sexualität und Spiritualität erforschen können. Diese Verbindung finde ich essenziell, um als Mann und als spiritueller Mensch zu wachsen.

Ich denke, es ist sehr wertvoll, diese Verbindung zu erforschen. Das Bewusstwerden unter Männern und sich darin zu zeigen, ist sehr kraftvoll. Dies ist nur möglich dank des geschützten Rahmens, den Susanna für uns gehalten hat.

Ich durfte diese Verbindung bewusst wahrnehmen und mir gewiss werden, dass ich sie stärken will.

Die Priester der neuen Zeit

Wie für alle Menschen auf dieser Welt gehört es auch zum Mannsein dazu, Verantwortung zu übernehmen – in erster Linie für sich selbst und sein Leben, aber auch weit darüber hinaus.

Es stellt sich die Frage, wie ich Rollen mit meinen Werten und Prinzipien neu beleben kann. Gerade die Rolle des Priesters als Vermittler zwischen Gott und den Menschen ist oft mit einer negativen Konnotation behaftet. Doch liegt es an uns, die Kraft, die dieser Rolle und diesem Amt innewohnt, neu zu beleben.

Dieses neue Beleben sollte immer eine dienende Haltung beinhalten. Es geht also darum, wie ich als Mann mit meinen Werten, Kompetenzen und Prinzipien anderen Menschen dienen kann.

Sich dies bewusst zu machen, ist der erste Schritt dazu, diese Rolle auszufüllen. Danach dürfen die anderen Männer dies bezeugen und bekräftigen, bevor es in die Welt hinausgeht. In eine Welt, in der ich als Mann einen positiven Unterschied machen kann.

Susanna versteht es, das eigene Gewahrsein sichtbar und spürbar zu machen. Was daraus entsteht, ist ein berührendes Ritual im Angesicht von Mann zu Mann – und mit Susanna.

Fazit: Eine Frau kann Heilarbeit für Männer machen

Wir haben alle unsere Stärken und Schwächen. Genauso wie dieses Männerseminar ohne Susanna ein völlig anderes gewesen wäre, wäre vermutlich auch ein reiner Männerkreis nicht auf dieselbe Weise an diese Geschenke gekommen wie mit Susanna.

Um Heilung in uns Männern und somit den Frieden zu fördern, ist es wichtiger, wer ein solches Seminar leitet, als welches Geschlecht diese Person hat.

Ich danke Susanna für diese bewegende und heilende Erfahrung und kann das Seminar von Herzen weiterempfehlen.

Zum Blogbeitrag von Susanna Mäder

Informationen zum nächsten Seminar 2027 (30.4 - 2.5.2027 Altdorf)

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