Initiationen & Jungenkreise

Vom Buben zum Jungen zum Mann

Angebote für Privatpersonen und Schulen ausgerichtet auf Jungen von 7-21 Jahren

Initiationen & Jungenkreise

Als Männer Netzwerk Schweiz setzen wir uns ein für die Begleitung von Jungen und jungen Männern in der Entwicklung einer gesunden, selbstbewussten und berührbaren Männlichkeit. Analog zu den von uns gelebten und geförderten Männerkreisen, sind Jungenkreise sind ein wertvolles Format, in welchem Jungen gesehen werden, ihre aktuellen Lebensthemen teilen, einander Halt geben können sich austauschen können. Integraler Bestandteil einer Begleitung von Jungen ins Mannsein ist die bewusste Gestaltung von Schwellengängen: Initiationen sind bewusste Übergänge in eine nächste Lebensphase, welche die jungen Menschen stärken und vorbereiten. In unserer Kultur sind solche Initiationen, in welcher initiierte Männer diejenigen, die nach ihnen kommen, in eine neue Lebensphase aufnehmen, abhanden gekommen. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, Jungen an dieser Schwelle zu stärken und so ein gesundes und erfülltes Mannsein fördern - und damit einen Beitrag zu unsere Gesellschaft leisten, indem junge Männer achtsam und verantwortungsbewusst mit ihrer Männlichkeit umgehen.


Authentizität in Jungenkreisen

Jede Entwicklungsphasen im Leben eines Menschen zeichnet sich durch individuelle und doch spezifisch gemeinsame Spannungsfelder aus. Jungenkreise sind eine effektive und wunderbare Art, diesen Spannungsfeldern, insbesondere den geschlechtsspezifischen, Raum zu geben und sie auch zu sättigen. Jeder Mann hat in seinem Individuationsprozess ähnliche Spannungsfelder bewältigen müssen. Ein initiierter Mann verkörpert damit im Idealfall einen möglichen, erstrebenswerten Ausgang des Ringens mit diesen Entwicklungsaufgaben. Wenn Initianten (Jungen) und Initiierte (Männer) auf diese Art zusammen Zeit verbringen, entsteht ein begünstigendes Feld für eine einzigartig nährende Dynamik, von welcher alle Teilnehmenden profitieren.

Sich gegenüber anderen Männern zu öffnen, ist für viele Jungen und Männer in unserer Gesellschaft eine völlig neue und gleichzeitig immens bereichernde Erfahrung. In diesen Gefässen lernen sie, dass sie untereinander verletzlich sein, sich öffnen und fallenlassen dürfen und nicht in latentem Wettkampf gegeneinander stehen müssen. Durch diese Erfahrung mit Gleichaltrigen und initiierten Männern entsteht ein Gefühl von Brüderlichkeit, das sie auch auf Männer und Jungs ausserhalb des Kreises übertragen können. Dadurch werden sie beflügelt, in anderen Kontexten ihr Inneres zu zeigen.

Bewusste Übergänge

Zwischen den einzelnen Entwicklungsphasen gibt es Übergänge, welche mit starken persönlichen, körperlichen und auch hormonellen Veränderungen einhergehen und eine grosse Herausforderung für den Betroffenen wie auch das Umfeld sein können. Unsere Erfahrung zeigt, dass bewusste und professionell begleitete Schwellengänge hierbei unmittelbar und nachhaltig zu sanfteren Entwicklungen führen und die Jungen und Jugendlichen auf die kommende Lebensphase vorbereiten. Generell können im Leben eines Jungen folgende wichtigen Übergänge beobachtet und initiiert werden:

  • Vom Kind zum Jungen: Mit etwa sieben Jahren und oft mit dem Zahnwechsel erfährt sich das Kind als Junge. Neben körperlichen Symptomen findet vor allem eine hormonelle, neurobiologische und somit persönliche Veränderung statt. Für die Identitätsentwicklung von Jungs an dieser Schwelle ist das Spannungsfeld zwischen Initiative und Schuldgefühl elementar. Der Ödipuskonflikt wird bewältigt und es findet im gesunden Fall eine Loslösung von der Mutter und eine Ausrichtung auf den Vater statt. Dieser Übergang beinhaltet oft die feierliche Aufnahme in den Kreis von Männern und Jugendlichen und ist altersgerecht spielerisch gestaltet.
  • Vom Jungen zum jungen Mann: Mit etwa 14 Jahren beginnt der Weg in die Eigenständigkeit. Der Junge richtet seinen Fokus vom Vater auf mögliche Vorbilder innerhalb der Gesellschaft und sucht Bezugspersonen ausserhalb der Familie. Die Sexualität erwacht genau wie auch die Neugier und die Rebellion. Dieser Übergang ist oft verbunden mit einer dem Alter entsprechenden Überwindung einer körperlichen oder mentalen Herausforderung. Elemente können beispielsweise eine Nacht im Wald in Verbindung mit Survival-Training oder auch der Stockkampf sein.
  • Vom Jungen Mann zum erwachsenen Mann: Mit circa 21 Jahren hat ein junger Mann in einer gesunden Entwicklung die erste Phase seines Selbstfindungsprozesses abgeschlossen und richtet sich auf sein Leben aus. Er verfolgt nun seine Lebensziele selbständig und lernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Ein möglicher Übergang kann eine viertägige Visionssuche und/oder eine erste Schwitzhütte sein.

Angebote für Private

Die aufgelisteten Partner bieten Jungenkreise und für die jeweilige Lebensphase zugeschnittene Übergangsprozesse nach ihrem individuellen Vorgehen an. Für weitere Informationen wendest du dich auf die jeweilige Webseite.


Angebote für Schulen

Durch die Tätigkeiten als Schulleiter, Lehrer, Sozialpädagoge und Coaches von Jugendlichen haben wir Erfahrung bei der Integration dieser Themen in den Schulalltag. Folgende Formate haben sich bewährt:

  • Jungenkreise im Rahmen eines Waldtages oder einer -woche. Kann im Kombination mit einem Survival-Camp oder Stockkampf stattfinden. Lars Rudin & Patrick Pierer, Adrian Wiesmann
  • Ausbildung von Lehrern in der Gestaltung von Jungenkreisen (vorzugsweise im Anschluss an das vorherige Angebot): Lars Rudin & Patrick Pierer
  • Einführung in die Liebe und Sexualität für im Rahmen von Jungen- & Mädchenkreisen: Max und Jasmin Muzio

Warum Jungenkreise in der Schule?

Räume für Jungen sind in unseren Schulen sehr wertvoll und nährend. Sie erlauben den Buben und Jungen, ihre aufkeimende Männlichkeit in Begleitung von Männern zu erforschen, ihre Gefühle wahrzunehmen und mitzuteilen und auch hilfreiche Impulse zu erhalten. Durch solche Aktivitäten können sie sich verschiedene personale und soziale Kompetenzen des Lehrplan 21 aneignen:

Die Schüler...

  • können eigene Gefühle wahrnehmen und situationsangemessen ausdrücken.
  • können ihre Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen und formulieren.
  • können Stärken und Schwächen ihres Lern- und Sozialverhaltens einschätzen.
  • können auf ihre Stärken zurückgreifen und diese gezielt einsetzen.
  • können Fehler analysieren und über alternative Lösungen nachdenken.
  • können auf Lernwege zurückschauen, diese beschreiben und beurteilen.
  • können eigene und andere Meinungen und Überzeugungen auf zugrunde liegende Argumente (Fakten, Interessen, Werte) hin befragen.
  • können Argumente abwägen und einen eigenen Standpunkt einnehmen.
  • können die Argumente zum eigenen Standpunkt verständlich und glaubwürdig vortragen.
  • können aufgrund neuer Einsichten einen bisherigen Standpunkt ändern; sie können in Auseinandersetzungen nach Alternativen oder neuen Wegen suchen.
  • können einen eigenen Standpunkt einnehmen und vertreten, auch wenn dieser im Gegensatz zu vorherrschenden Meinungen/Erwartungen steht.
  • können eigene Einschätzungen und Beurteilungen mit solchen von aussen vergleichen und Schlüsse ziehen (Selbst- und Fremdeinschätzung).
  • können aus Selbst- und Fremdeinschätzungen gewonnene Schlüsse umsetzen.
  • können Herausforderungen annehmen und konstruktiv damit umgehen.
  • können sich Unterstützung und Hilfe holen, wenn sie diese benötigen.
  • können sich auf eine Aufgabe konzentrieren und ausdauernd und diszipliniert daran arbeiten.
  • können sich aktiv und im Dialog an der Zusammenarbeit mit anderen beteiligen.
  • können aufmerksam zuhören und Meinungen und Standpunkte von andern wahrnehmen und einbeziehen.
  • können in der Gruppe und in der Klasse […] Regeln einhalten.
  • können auf Meinungen und Standpunkte anderer achten und im Dialog darauf eingehen.
  • können je nach Situation eigene Interessen zu Gunsten der Zielerreichung in der Gruppe zurückstellen oder durchsetzen.