November 9

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Filmtipp: Die Rüden


Hannes Hochuli | 9.11.2022 

Eine gute Freundin meinte: «Diesen Film musst du dir unbedingt anschauen». Und Sie hatte recht: Es gibt selten Streifen, denen ich mich sogar zweimal zuwende. Und ein drittes Mal ist in diesem Fall nicht ausgeschlossen.

Die Geschichte

Von der Homepage: «Die Rüden» führt ins Herz einer Finsternis, die heute mit toxischer Maskulinität umschrieben wird. In einer Arena aus dunklem, vernarbtem Beton treffen vier junge Gewaltstraftäter auf drei bedrohliche Hunde. Testosteron pur also, wäre da nicht Lu, die angstfreie, hochkonzentrierte Hundetrainerin. Lu siedelt ihr riskantes und von den Autoritäten misstrauisch überwachtes Projekt jenseits der Fragen nach Täter und Opfer, Schuld und Sühne an.

So wird sie zur Provokation und ihr Ansatz zum Sprengsatz für ein System, das noch immer glaubt, man könne Gut und Böse wirklich auseinander sortieren.

Die Rüden ist eine so eindrückliche wie verstörende Reise zum Mittelpunkt der Menschlichkeit.

Sowohl die im Film gezeigten Hunde als auch die Straftäter sind echt. Um den Männern einen Schutzraum zu bieten, bekamen sie Spielnamen und fiktive Lebensläufe. Die Kulisse ist stark reduziert auf drei Räume im Gefängnisumfeld, in denen sich die Handlungen abspielen. Diese Reduktion, die Beleuchtung und die bemerkenswerte Kameraführung tragen zum besonderen Filmerlebnis bei. 

Mein Filmerlebnis

Der Film berührt ganz verschiedene Seiten in mir: Da sind die Gefängnisinsassen mit ihren Delikten, offen für Veränderung und Bewegung, offen für dieses aussergewöhnliche Experiment. Schon einmal bin ich während Interviews realen Verbrechern live begegnet. Der Film erinnert mich an das damalige Erlebnis, als ich den Menschen und seine Geschichte erfahren durfte. Und das Verbrechen dahinter, war nur eine logische Folge dieser Geschichte. 

Da sind die drei Hunde, traumatisiert und durch die Gewalt, die ihnen angetan wurde, jederzeit bereit für Angriff. Doch nicht immer: Die Wechselwirkung zwischen Mensch und Tier beeindruckt mich sehr. Zwischen Lebewesen muss es viel mehr geben, als wir Menschen mit unserer Ration wahrnehmen können. Es ermutigt, das eigene Empfinden zu schulen, die persönliche Wahrnehmung in der Begegnung mit Menschen und anderen Lebewesen immer weiter zu entwickeln.  

Da ist die unerschrockene Therapeutin Lu, die tief die Menschen- und Hunde-Fassaden blickt, die beharrlich dran bleibt und nicht aufgibt: Weder die Insassen noch die Hunde. Mit dieser Haltung will ich auch durch mein Leben gehen. 

Und dann gibt’s noch den Direktor und die Psychiaterin, die den Filmverlauf immer wieder unterbrechen und für mein Film-Empfinden störend wirken. Und doch ist es ein wenig wie im Leben draussen: Immer wieder treten Störungen auf, die den Lebensfilm anders verlaufen lassen, als geplant. 

Der Film regt in mir den Teil an, der an das Gute glaubt. Er nährt die Hoffnung, dass es nie zu spät ist. Er bestätigt, dass sich Seelenanteile (von Mensch und Tier) Erlösung wünschen. Und er zeigt auf drastische Art und Weise, welche Bewegungen möglich sind, wenn sich Menschen auf ihr Leben einlassen.

Die Homepage: https://dierueden-derfilm.de/

Der Film: https://youtu.be/1V5xnI-GeZE

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